Diese sieben Fehler sehen wir in fast jeder Analyse, quer durch alle Rechtsgebiete und Kanzleigrößen. Keiner davon ist schwer zu beheben, aber jeder einzelne kostet Mandate.
Fehler 1: Das Design stammt sichtbar aus einem anderen Jahrzehnt
Mandanten können Ihre juristische Arbeit nicht beurteilen, bevor sie Sie beauftragen. Also beurteilen sie, was sie sehen: Ihre Website. Ein Auftritt, der aussieht wie 2012, erweckt den Eindruck, die Kanzlei arbeite auch so. Das ist unfair, aber es ist die Realität der ersten drei Sekunden.
Die Lösung ist kein Feuerwerk, sondern Klarheit: eine ruhige, aufgeräumte Gestaltung, aktuelle Fotos, gut lesbare Schrift und ein Copyright-Jahr im Footer, das nicht drei Jahre zurückliegt.
Fehler 2: Die Seite funktioniert auf dem Smartphone nicht richtig
Deutlich mehr als die Hälfte der Suchanfragen kommt heute vom Smartphone, und Google bewertet Websites vorrangig nach ihrer mobilen Version. Wer auf dem Handy zoomen muss, um die Telefonnummer zu finden, ruft woanders an.
Machen Sie den Selbsttest: Öffnen Sie Ihre Website auf dem eigenen Smartphone und versuchen Sie, mit dem Daumen in unter zehn Sekunden eine Kontaktanfrage zu starten. Wenn das nicht klappt, klappt es bei Ihren Mandanten auch nicht.
Fehler 3: Rechtsgebiete sind nur eine Aufzählung
„Arbeitsrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht“ als Stichpunktliste auf einer einzigen Seite rankt bei Google für nichts und beantwortet Mandanten keine einzige Frage. Suchmaschinen und Mandanten wollen dasselbe: eine eigene Seite pro Rechtsgebiet mit echten Inhalten.
Beschreiben Sie dort typische Fälle, den Ablauf eines Mandats und die häufigsten Fragen. Genau diese Seiten werden später bei Suchen wie „Anwalt Arbeitsrecht Kiel“ gefunden.
Fehler 4: Der Weg zur Kontaktaufnahme ist versteckt
Erstaunlich viele Kanzlei-Websites verstecken die Telefonnummer im Impressum. Ein Besucher mit einem akuten Problem sucht aber keinen Fließtext, er sucht einen Knopf.
Die Kontaktmöglichkeit gehört gut sichtbar in die Navigation und als Button in jeden wichtigen Abschnitt. Nennen Sie dazu Ihre Erreichbarkeit. Schon der Satz „Wir melden uns innerhalb eines Werktages zurück“ senkt die Hemmschwelle spürbar.
Fehler 5: Die Seite lädt zu langsam
Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher. Häufigste Ursachen sind unkomprimierte Bilder in Druckqualität und Baukasten-Systeme, die Dutzende Skripte laden. Mit dem kostenlosen Google-Werkzeug PageSpeed Insights sehen Sie in einer Minute, wo Ihre Website steht.
Fehler 6: keine Gesichter, keine Namen, kein Vertrauen
Mandanten beauftragen keine Kanzlei, sie beauftragen Menschen. Websites ohne Fotos der Anwältinnen und Anwälte, ohne Werdegang und ohne persönliche Note verschenken den wichtigsten Vertrauensfaktor, den eine Kanzlei hat.
Professionelle Fotos und ein kurzes, ehrliches Profil pro Person reichen völlig. Stockfotos von Menschen mit Aktenkoffern erreichen übrigens das Gegenteil.
Fehler 7: Die rechtlichen Basics sind veraltet
Ein Impressum, das noch auf das TMG verweist, eine lückenhafte Datenschutzerklärung oder Schriften, die von fremden Servern geladen werden: Bei einer Kanzlei fällt so etwas doppelt auf. Es kostet Vertrauen bei Mandanten und liefert unnötige Angriffsfläche. Was aktuell gilt und wie Sie es selbst prüfen, haben wir im DSGVO-Check für Kanzlei-Websites zusammengefasst.
Fazit: Die Website ist Ihre erste Akte
Ihre Website ist das erste Dokument, das ein Mandant über Ihre Kanzlei anlegt. Es lohnt sich, dieses Dokument so sorgfältig zu führen wie jede andere Akte auch. Die gute Nachricht: Keiner dieser sieben Fehler ist schwer zu beheben, wenn man ihn einmal erkannt hat.
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Website steht: Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir sie uns gemeinsam an, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.